Die Festrede vom Vorsitzenden im orig. Wortlaut

Dietmar Rudat, 1. Vorsitzender der Eintracht Duisburg 1848 e.V. verlas diese Rede beim Festakt zur 50-jährigen Jubiläumsfusionfeier am 30. August 2014

Dietmar, Rudat - Foto: Heriburg Gorray

Begrüßung

Sehr verehrte Damen und Herren,

liebe Gäste, Freunde und Förderer von Eintracht Duisburg,

liebe Eltern und Fans, liebe Trainer, Betreuer und Mitglieder,

ich freue mich, Sie und Euch, hier recht herzlich begrüßen zu dürfen.

Seit 50 Jahren eine Eintracht unter diesem Motto werden sich Ihnen heute unsere Abteilungen mit ihrem Sportangebot präsentieren.

Ganz besonders begrüßen darf ich aber zunächst zahlreiche Ehrengäste:

An erster Stelle unseren Oberbürgermeister Sören Link.

Von der Landesregierung den Sprecher des Sportausschusses:

Rainer Bischoff (SPD).

Von DuisburgSport:   Betriebsleiter Jürgen Dietz

Vom Stadtsportbund Duisburg, den stellvertretenden Vorsitzenden:

Otto Schulte

Von der Sportstiftung der Stadtsparkasse Duisburg: Herrn Groß

Vom Bürgerverein Wanheimerort: Werner Halverkamps

Von der Duisburger Sportklinik: Arthur Praetorius

Vom Förderverein en garde der Fechtabteilung den 1. Vorsitzenden

Frank Steinfort

 

Vom Förderverein der Frauen- und Mädchenfußballabteilung

den 1. Vorsitzenden: Gregor Lipperheide

Vom Förderverein der Handballabteilung Handball in Duisburg e.V.

den 1. Vorsitzenden: Herbert Schild

Von der Duisburger Presse: NRZ, WAZ, RP, Wochenanzeiger und Stadtpanorama

Sollte ich jemanden vergessen haben, so bitte ich um Verzeihung und begrüße Sie hiermit ganz besonders.

 

Historischer Rückblick

Der 24.07.1964 ist die Geburtsstunde von Eintracht Duisburg 1848 e.V.

Es fusionierten der Duisburger Turn- und Sportverein von 1848 e.V. und der Duisburger Spielverein e.V. zur heutigen Eintracht Duisburg 1848 e.V..

In der Aula der Sportschule Wedau wurde Georg Geilenberg zum 1. Vorsitzenden gewählt. „Stellt erstmal was auf die Beine, dann helfen wir Euch“ zitierte er damalige Ratsmitglieder und stellte seinerseits die Forderung an die Stadtväter: „Wir haben etwas geschaffen, jetzt erwarten wir die Hilfe der Stadtväter“.

Die Ambitionen von Verein und Stadt waren groß. Die Fußballbundesliga war gegründet und der Meidericher SV Vizemeister der ersten Saison. Das Wedau-Stadion hatte eine der modernsten Tribünen Deutschlands und der Sportpark Wedau sollte für In- und Ausland ein Aushängeschild der Stadt Duisburg werden. Das Ziel der Eintracht war die Fußballbundesliga und Duisburg sollte die erste Stadt mit 2 Bundesligavereinen werden.

Diese hohen Ziele wurden jedoch leider nie erreicht.

Am 06.03.1967 wurde das neue Klubhaus offiziell eröffnet. Es wurde, auch auf Wunsch der Stadt, größer als zunächst geplant. Eine Sporthalle für ca. 2.000 Zuschauer sollte von der Stadt nebenan errichtet werden.

Die Folge war, dass die Kosten der Sportstätten, auch die Platzanlage des Duisburger Spielvereins an der Düsseldorfer Straße wurde noch genutzt, vom Verein nicht mehr getragen werden konnten.

Der Verein entschloss sich 1967 den Platz an der Düsseldorfer Strasse an die Stadt Duisburg zu verkaufen. Zunächst durfte sie noch als Bezirkssportanlage weiter genutzt werden bis eine Bezirkssportanlage, die heutige BSA I, übernommen werden konnte. Dies war 1972/73 der Fall.

Hier fanden die Fußballer, Handballer (Großfeld) und Hockeyspieler eine neue Heimat. Die erste Abteilung die hier auf der Strecke blieb war leider die Rollsportabteilung, da deren Sportfeld nicht mehr vorhanden war.

Dennoch verschlungen die Kosten für Erhalt und Pflege sowie Finanzierung von Vereinsheim und Platzanlage das Vereinsvermögen. Die Schulden wuchsen dem Verein über den Kopf. Für den Sportbetrieb war so gut wie kein Geld mehr vorhanden.

Die Verhandlungen mit der Stadt Duisburg wurden aufgenommen und die Vereinsanlage bis auf die Tennisplätze am 23.08.1978 an die Stadt Duisburg verkauft. Der Verein durfte die Platzanlage weiter nutzen und die Stadt die nicht benötigten Zeiten anderweitig vergeben.

Aufgrund des Geldmangels verließen mehrere Abteilungen den Verein und machten sich selbständig. Es gingen z.B. die Basketballer, die Volleyballer und die Wassersportler.

Hier in der Fugmannkampfbahn lief der Sportbetrieb weitestgehend normal weiter. Auf der BSA I, dem 6-Tore-Platz allerdings zeigte sich, dass die soziale Komponente fehlte. Es gab keinen Klubraum, nicht mal einen Unterstand für Spieler, Eltern und Zuchauer. Mehrere Versuche, dort ein kleines Klubheim für Hockey- und Fußballabteilung zu errichten scheiterten.

Selbst als es darum ging eine Hütte aufzustellen, für die nur ein Baum hätte weichen müssen, legte die Forstbehörde ihr Veto ein.

Die Fußball- und die Hockeyabteilung schrumpften immer mehr. Die restlichen Hockeyjugendmannschaften wurden dann vom Club Raffelberg abgeworben und die Hockeyabteilung stellte den Spielbetrieb ein.

Als der Club Raffelberg übrigens zur BSA I umgesiedelt wurde, war das fällen der dortigen Bäume kein Hindernis mehr.

Die Fußballer haben nach dem Bau des Versehrtensportlerheims eine Hälfte der ehemaligen Platzwartwohnung erhalten und haben seit dem einen Gruppenraum für den Trainings- und Spielbetrieb.

Kommen wir nun zu den erfreulichen Erfolgen der Eintracht.

Eintracht Duisburg beteiligte sich stets bei der Ausrichtung der Ruhrolympiaden in Duisburg. Fechter, Leichtathleten und Handballer waren immer zur Stelle.

Auch zahlreiche Kreis- und Landesmeisterschaften der Leichtathleten wurden erfolgreich ausgerichtet, ebenso viele Stadtmeisterschaften in Zusammenarbeit mit dem Stadtsportbund Duisburg.

Sehr erfolgreich waren unsere Fechter. Mit zahlreichen Teilnahmen an Deutschen Meisterschaften machten sie immer wieder auf sich aufmerksam. Das internationale Montanturnier ist mittlerweile eine beliebte Veranstaltung nicht nur in Deutschland.

Die Frauenfußballabteilung hat sich in der Landesliga etabliert.

Die Handballabteilung richtet seit über 30 Jahren jährlich ihr Pfingstturnier aus. Die 1. Damenmannschaft ist in diesem Jahr als Landesligaaufsteiger direkt in die Verbandsliga Niederrhein aufgestiegen. Die Mannschaft wurde, wie heute in der Presse zu lesen ist, nominiert für die Duisburger Sportlerwahl, Mannschaft des Jahres.

Ich bitte Euch alle für die Handballdamen Eure Stimme abzugeben.

Eine der erfolgreichsten Abteilungen der letzten Jahre sind sicherlich die Leichtathleten.

Der Duisburger Stadtmarathon wurde 1981 von Eintracht Duisburg in Leben gerufen und bis 1992 ausgerichtet.

Der Mitsubishi Hitachi Innenhafenlauf ist mittlerweile fester Bestandteil des Duisburger Sportkalenders. Und auch das Schülersportfest hier auf der Anlage ist jedes Jahr ein großer Erfolg.

An dieser Stelle möchte ich es nicht versäumen Euch allen, Abteilungsleitern, Trainern und Betreuer für die geleistete ehrenamtliche Mitarbeit in unserm Verein zu danken. Ohne Eure aufopferungsvolle Arbeit wären diese Erfolge nicht möglich gewesen.

Einschließen in meinen Dank möchte ich auch Sie liebe Eltern, die Sie Trainingstag, Spieltag und Wochenende immer wieder zur Verfügung stehen.

Das neue Leichtathletikstadion ist eine wunderschöne und technisch hervorragende Anlage. Der Zuwachs und die letzten hervorragenden Erfolge unserer Leichtathleten bei den Deutschen Meisterschaften sind sicherlich auf diesen Standortvorteil zurückzuführen. Wir können uns glücklich schätzen diese Anlage nutzen zu dürfen.

Doch mit dem Bau bzw. der Fertigstellung des Leichtathletikstadions begannen für uns auch die größten Probleme.

Die Fußballer dürfen kaum noch ihre Heimspiele hier austragen, es wäre ja schließlich ein Leichtathletikstadion. Die bis zum Bau unumstrittene Nutzung durch die Eintracht wird nunmehr in Frage gestellt. Der im notariellen Aufhebungsvertrag vom 23.08.1978 geforderte Nutzungsvertrag ist bis heute nicht schriftlich verfasst und unterzeichnet worden. Ein Versäumnis, das sowohl der Verein als auch die Stadt zu verantworten haben.

Es war aber nicht so tragisch, da bis dahin stillschweigend so verfahren wurde, wie es in den zahlreichen Verhandlungen vereinbart worden war. Obwohl kein schriftlicher Vertrag vorhanden ist, gilt hier doch wohl das Gewohnheitsrecht.

Herr Dietz ich bitte Sie in die Verhandlungen erneut einzusteigen um den Vertrag endlich zu verabschieden.

Die Kosten die dem Verein für die Nutzung des Leichtathletikstadions heute in Rechnung gestellt werden laufen ins unermessliche und sind von einem Amateursportverein nicht mehr zu tragen. So kostete unser Jugendturnier im Juni für 3 Tage 668,26 €. Auch der heutige Tag soll mit 509,56 € berechnet werden.

Seit dem 08.08.2011 sind unsere Geschäfts- und Jugendräume, sowie das Kellerbistro unserer Fechter wegen mangelhafter Brandschutzeinrichtungen gesperrt. Seit über 3 Jahren warten wir nun auf den Zeitpunkt, dass endlich mit dem Umbau begonnen werden kann.

Dass wir unsere Räume endlich wieder nutzen können.

Die Stimmen im Verein werden lauter ob DuisburgSport die Eintracht marode machen will, ob der Verein aus dem Leichtathletikstadion vertrieben werden soll.

Ob der Sport in Duisburg nur noch verwaltet wird, schlimmer noch abgewickelt werden soll.

Ich muss zugeben meine Argumente dagegen werden weniger.

Auch die Belegung des Kunstrasenplatzes auf der BSA I wird von Jahr zu Jahr problematischer. Obwohl unsere Fußballabteilung stetig wächst werden jedes Jahr die Trainingszeiten in Frage gestellt. „Schließlich wäre der Kunstrasenplatz eigentlich ein Hockeyplatz und die Nutzungszeiten von Raffelberg müssten berücksichtigt werden. Eintracht wäre nicht der einzige Verein in Duisburg.“ In der Belegung der Trainingszeiten muss eine gewisse Kontinuität gewahrt bleiben damit ein geregelter Trainingsbetrieb stattfinden kann. Es kann nicht sein, dass man sich alle halbe Jahre erneut mit den Belegungszeiten beschäftigen muss.

Herr Oberbürgermeister helfen Sie uns, und nicht nur uns, sondern allen Duisburger Vereinen, dass der Sport in Duisburg finanzierbar bleibt.

Wir wollen auf dieser Sportanlage unseren Sport betreiben und sie mit Leben füllen. Das ist aber nur möglich wenn wir unsere Räume wieder nutzen können und das Stadion mit moderaten Nutzungsgebühren genutzt werden kann.

Es gibt ja schließlich eine Tarifordnung der Nutzungsgebühren für Hallen und Bezirkssportanlagen.

Ich hoffe nicht, dass eine Mitarbeiterin von DuisburgSport mit ihrer Aussage recht behält:

Die Sportvereine in Duisburg sind genug gefördert worden. Die Zeiten sind vorbei, jetzt wird kassiert.

Herr Oberbürgermeister ich darf Sie nochmals bitten uns zu helfen.

Zunächst aber darf ich Sie bitten Ihre Grußworte an unsere Gäste und Mitglieder zu richten.

Nochmals allen vielen Dank für Ihren Einsatz für unseren Verein.

50 Jahre eine Eintracht sind im Rückblick eine schöne Zeit und ich hoffe, dass auch die nächsten 50 Jahre erfolgreich gestaltet werden können.

30.08.2014 19:59 Alter: 3Jahre